Alte Getreidearten und Landsorten

Getreide begleitet die Menschen seit vielen Jahrtausenden. Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Getreidearten und Sorten entstanden, die sich in ihren Eigenschaften, ihrem Anbau und ihrer Verwendung unterscheiden. Manche sind weitgehend aus dem Anbau verschwunden, andere werden bis heute erhalten und wieder vermehrt angebaut.

Einkorn und Emmer gehören zu den alten Getreidearten. Laufener Landweizen, Kreuzritterweizen und Oberkulmer Rotkorn stehen für die Vielfalt traditioneller Getreidesorten. Sie unterscheiden sich in ihrer Herkunft, ihren Anbaueigenschaften und ihren Verwendungsmöglichkeiten.

Mit der modernen Pflanzenzüchtung wurden Erträge und Anbaueigenschaften gezielt verbessert. Dabei haben sich auch die Eigenschaften der angebauten Sorten verändert. Alte Getreidearten und traditionelle Landsorten sind deshalb nicht nur ein Teil unserer Landwirtschaftsgeschichte, sondern leisten auch einen Beitrag zum Erhalt der genetischen Vielfalt und bieten interessante Eigenschaften für die Ernährung.

Einkorn – Beschreibung anzeigen

Einkorn

Einkorn zählt zu den ältesten Kulturgetreidearten der Menschheit. Es wurde bereits vor rund 12.000 Jahren im Vorderen Orient angebaut und gelangte mit der Ausbreitung des Ackerbaus nach Europa. Im Vergleich zu modernem Weizen ist Einkorn weniger ertragreich, dafür aber durch seine Anspruchslosigkeit und seine besonderen Korneigenschaften interessant. Es enthält von Natur aus viel Eiweiß und Carotinoide, die dem Mehl eine gelbliche Farbe verleihen. Heute wird Einkorn wieder vermehrt angebaut und für Brot, Nudeln und andere Getreideprodukte verwendet.

Anbau und Bezug: Frodersreuther Mehl, Gailertsreuther Mühle

Anbau und Bezug: Schwarzes Einkorn Demeterhof Walz, Schaeflohe

Emmer – Beschreibung anzeigen

Emmer gehört zu den ältesten Kulturgetreidearten. Vor rund 12.000 Jahren wurde er im Vorderen Orient angebaut und verbreitete sich mit dem Ackerbau nach Europa. Auch im frühen Rom war Emmer ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Aus ihm wurde unter anderem der Getreidebrei puls zubereitet, der die römische Ernährung lange prägte.

Als Spelzgetreide sind seine Körner fest von Hüllspelzen umschlossen, die nach der Ernte entfernt werden müssen. Emmer hat einen kräftigen, leicht nussigen Geschmack und eignet sich für Brot, Nudeln und andere Getreideprodukte. Nachdem er lange vom ertragreicheren Weizen verdrängt wurde, wird er heute wieder häufiger angebaut und trägt zum Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt bei.

Anbau und Bezug: Frodersreuther Mehl, Gailertsreuther Mühle

Anbau und Bezug Sommer-Emmer Spelta: Demeterhof Walz, Schaeflohe

Weizen – 3 Sorten anzeigen

Laufener Landweizen

Der Laufener Landweizen ist eine traditionelle Winterweizensorte aus dem Rupertiwinkel und dem Salzburger Alpenvorland, benannt nach der Stadt Laufen an der Salzach. Über Generationen wurde er durch bäuerliche Auslese an die regionalen Anbaubedingungen angepasst. Nachdem er von ertragreicheren Züchtungen verdrängt worden war, wurde er in den 1990er-Jahren aus wenigen erhaltenen Saatkörnern wieder vermehrt.

Typisch sind seine langen Halme, die bis zu zwei Meter hoch werden können, und die begrannten Ähren. Der robuste, winterharte Weizen ist an das niederschlagsreiche Klima der Region angepasst. Er liefert geringere Erträge als moderne Sorten, besitzt aber gute Backeigenschaften und wird auch zum Bierbrauen verwendet. Passagier der Slow-Food-„Arche des Geschmacks“.

Anbau und Bezug: Aubauerhof Wolfgang Vogl

Kreuzritterweizen

Der Kreuzritterweizen ist eine alte Winterhartweizenform, die heute unter anderem vom Demeterhof Walz in Amberg erhalten und angebaut wird. Wie andere traditionelle Getreideformen steht er für die Vielfalt früherer Kulturpflanzen, die im Zuge der modernen Züchtung weitgehend aus dem Anbau verschwunden sind.

Anbau und Bezug: Demeterhof Walz, Schaeflohe

Tschermak Sommerweizen

Der Tschermak-Sommerweizen ist eine alte Weizensorte, die auf den österreichischen Pflanzenzüchter Erich von Tschermak-Seysenegg zurückgeht. Eine Besonderheit sind die blauen Körner, die der Sorte auch den Namen „Tschermaks Blaukörniger“ eingebracht haben. Die Pflanzen werden etwa 120 Zentimeter hoch und bilden begrannte, mittellange bis lange Ähren. Heute wird der Sommerweizen unter anderem vom Demeterhof Walz wieder angebaut und als Vollkornmehl angeboten.

Anbau und Bezug: Demeterhof Walz, Schaeflohe

Dinkel – 2 Sorten anzeigen

Oberkulmer Rotkorn

Oberkulmer Rotkorn ist eine traditionelle Dinkelsorte, die um 1910 aus einer Landsorte im schweizerischen Oberkulm selektiert wurde. Typisch sind die langen Halme und die rötlich schimmernden Ähren zur Reifezeit. Die Sorte ist gut winterhart und eignet sich auch für rauere Anbaulagen.

Oberkulmer Rotkorn bildet große Körner und zeichnet sich durch einen hohen Klebergehalt und gute Backeigenschaften aus. Im Vergleich zu modernen Dinkelsorten bringt es meist geringere Erträge. Die langen Halme können sich bei Wind und Regen leichter neigen oder umknicken.

Anbau und Bezug: Frodersreuther Mehl, Biohof Gabler, Schustermühle

Weißer Urdinkel

Weißer Urdinkel ist ein traditioneller Dinkeltyp, der sich durch seine hellen Körner auszeichnet. Alte Dinkelsorten wie der Weiße Urdinkel gehören zu den langhalmigen, robusten Formen, die auch auf weniger ertragreichen Böden angebaut werden können. Sie liefern meist geringere Erträge als moderne Dinkelsorten, zeichnen sich aber durch einen hohen Proteingehalt und besondere Backeigenschaften aus.

Anbau und Bezug: Demeterhof Walz, Schaeflohe

Roggen – 3 Sorten anzeigen

Lichtkornroggen

Lichtkornroggen ist eine bekannte alte Roggensorte, die im ökologischen Landbau weiterhin Bedeutung hat. Sie steht für eine andere Entwicklungsgeschichte als Einkorn, Emmer oder traditionelle Weizenlandsorten.

Ausführliche Beschreibung folgt.

Anbau und Bezug: Gailertsreuther Mühle

Waldstaudenroggen

Waldstaudenroggen ist eine bekannte alte Roggensorte, die im ökologischen Landbau weiterhin Bedeutung hat. Sie steht für eine andere Entwicklungsgeschichte als Einkorn, Emmer oder traditionelle Weizenlandsorten.

Ausführliche Beschreibung folgt.

Anbau und Bezug: Frodersreuther Mehl, Gailertsreuther Mühle

Champagnerroggen

Der Champagnerroggen stammt aus der französischen Champagne und wurde im 19. Jahrhundert in Deutschland heimisch. Mit seinen bis zu zwei Meter hohen Halmen ist er eine imposante alte Roggensorte. Er gedeiht auch auf kargen, sandigen Böden und verträgt Trockenheit gut. Lange Zeit gehörte er zu den verbreitetsten Winterroggensorten Deutschlands, bevor er von ertragreicheren Züchtungen verdrängt wurde. Heute wird er wieder angebaut und wegen seiner guten Backeigenschaften geschätzt.

Anbau und Bezug: Schustermühle, die Saatenbauerin

Hafer – Beschreibung anzeigen

Nackthafer

Nackthafer ist eine besondere Haferform, bei der sich die Spelzen beim Dreschen weitgehend vom Korn lösen. Anders als beim herkömmlichen Spelzhafer muss das Korn daher nicht aufwendig entspelzt werden. Nackthafer ist reich an Ballaststoffen und enthält unter anderem wertvolle Beta-Glucane. Er eignet sich für Müsli, Brei und die Verarbeitung zu Haferflocken.

Anbau und Bezug: Demeterhof Walz, Schaeflohe, Gailertsreuther Mühle